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Industriepaletten

- Stabilität im Lager und leichtes Handling beim Transport -

Paletten sind die Basis unserer Arbeit, und zwar sprichwörtlich. Denn beim Warentransport kommt es auf Sicherheit und Stabilität an. Paletten ermöglichen es uns, unsere Ware standfest zu lagern und gefahrlos weiterzubefördern. Die Palette, der wir uns in diesem Ratgeberbeitrag widmen wollen, ist die Industriepalette.


Die Industriepalette zeichnet sich durch eine besonders robuste Bauweise aus, schließlich soll sie den hohen Anforderungen der Fertigung gerecht werden. Die Produzenten legen bei der Herstellung von Industriepaletten die Norm DIN EN 13698-2 (früher DIN 15146/3) zugrunde. Im Einzelnen definiert diese Norm die Produktion von wiederverwendbaren, nicht umkehrbaren Vierweg-Flachpaletten aus Holz mit den Maßen 1200 x 1000 mm. Doch die Bezeichnung »Industriepalette« ist im Gegensatz zur Europalette in der Praxis nicht 100 % eindeutig. In den meisten Fällen bezeichnen Logistiker solche Paletten als Industriepaletten, die zwar die angegebenen Maße von 1200 x 1000 mm aufweisen, aber nicht unbedingt der genannten Norm entsprechen. Dazu gehören z. B. auch Einwegpaletten, Chemiepaletten oder auch Kunststoffpaletten mit diesen Maßen. 

Mehrwegpalette ohne Kennzeichnung
Mehrwegpalette ohne Kennzeichnung


Maße der Industriepalette – breiter als die Europalette


Paletten werden auf verschiedenste Weise kategorisiert. Es gibt sie in unterschiedlichen Maßen, Materialien, als Einweg- oder Mehrwegpalette, für hohe und geringe Lasten, als Displaypalette, mit unterschiedlicher Deckbrettstärke und -anzahl, als von zwei oder vier Seiten aufnehmbare Palette, mit jeweils anderen Hygieneanforderungen und vieles mehr.

Eines der wichtigsten Merkmale ist jedoch das Maß. Die Industriepalette ist mit 1200 x 1000 mm zwar genauso lang, aber um 20 cm breiter als die EURO-Palette, die ein Maß von 1200 x 800 mm aufweist. Das größere Maß der Industriepaletten hat sich gerade für die Arbeit in der Produktion als vorteilhafter erwiesen.

Die Lagerung schwerer Lasten wie auch deren Transport ist in dieser Größe einfacher. Außerdem entsprechen diese Palettenmaße eher den im amerikanischen und britischen Raum üblichen Größen mit 48 x 40 Inch (1219 x 1016 mm). Auch in Asien ist diese Größe sehr beliebt. Das solltest Du für den Export im Hinterkopf behalten.

Die Höhe von Industriepaletten kann laut Norm unterschiedlich sein. Es kommt hierbei darauf an, ob sie mit oder ohne Bodenrahmen gefertigt werden (162 mm bzw. 144 mm hoch).



Wie sind Industriepaletten aufgebaut?


Um ihrem Zweck zu dienen, müssen diese Paletten den Belastungen im Produktionssektor standhalten. Das meistverwendete Material von Industriepaletten ist Holz (hauptsächlich Kiefer), aber auch sehr beständige Leichthölzer sind möglich.

Unterschieden wird in zwei Typen:

•    Industriepalette mit Bodenrahmen (auch EPAL-Typ 2) mit einer Höhe von 162 mm

•    Industriepalette (EPAL-Typ 3) mit einer Höhe von 144 mm

Die Beständigkeit der Ladungsträger wird durch die Stärke und Anzahl der Deckbretter, Querbretter, Klötze und Bodenbretter sowie durch die korrekte Vernagelung erreicht. Die Bretter weisen meist eine Stärke von 18 bis 22 mm auf. Bei der Ausführung mit Bodenplatte sind die Deckbretter quer angeordnet, daher werden 9 Bretter verwendet. Bei der normalen Industriepalette kommen nur 7 längs angeordnete Deckbretter zum Einsatz.

Während eine normale Europalette standardmäßig mit 78 Nägeln stabil gehalten wird, kommen bei der Industriepalette höhere Nagelanzahlen zum Einsatz (84 beim Typ 3 und 133 beim Typ 2).

Seitliche Aussparungen sorgen dafür, dass die Industriepaletten von allen vier Seiten mit dem Stapler oder Hubwagen transportiert werden können (Vierwegpalette). Der oben genannte Typ 2, also die Palette mit Bodenrahmen, findet Anwendung, wenn Du Deine palettierte Ware intern auf Rollenbahnen oder Kettenförderern befördern willst.


Industriepalette im Lagereinsatz
Tauschfähige Mehrwegpalette

Wie tragfähig sind Industriepaletten?


Nach den Vorgaben der DIN hergestellte Industriepaletten sind auf Robustheit und Langlebigkeit konzipiert. Die Tragfähigkeit liegt bei 1200 bis 1500 kg, wenn die Ladung bewegt wird (dynamische Tragkraft), bzw. bei 4000 bis 5000 kg, wenn die Holzpalette im Lager lediglich steht (statische Tragkraft). Unterscheiden musst Du hierbei zwischen statischer und dynamischer Belastung:

•    statische Belastung: gibt an, welche Traglast die Palette hat, sollten keine weiteren Kräfte wirken. Die Last steht also nur.

•    dynamische Belastung: gibt an, wie schwer eine Palette belastet werden darf, während sie samt Ladung bewegt wird. 

Daher leitet sich auch die für alle Paletten gültige Regel ab, nach der zwar Ladungen von 3-4 Paletten übereinander gelagert, die Paletten jedoch immer nur einzeln gehoben werden können.



Woher bekomme ich hochwertige Industriepaletten?


Dein örtlicher Palettenhandel kann Dir mit Sicherheit Holzpaletten der Maße 1200 x 1000 mm anbieten. Hinterfrage, ob es sich um einfache oder gar reparierte Einwegpaletten handelt oder ob die Vorgaben der DIN-Norm umgesetzt wurden. 

Die Europäische Palettenvereinigung EPAL hat sich der Umsetzung der verschiedenen Palettennormen angenommen und arbeitet mit zertifizierten Anbietern zusammen, bei denen Du geprüfte Ladungsträger beziehen kannst. 

Diese werden mit dem EPAL-Brandzeichen versehen und lassen Dich Paletten in hoher Qualität leicht erkennen. Solche Träger werden sehr stabil gefertigt und auch auf Schädlingsfreiheit behandelt. Sie können mehrfach verwendet werden und sind für den Übersee-Export geeignet. Zudem sind sie national sowie international tauschbar. Neben EPAL gibt es natürlich noch andere Zertifizierer wie z. B. LPR oder Cheb. Aber auch andere Prüfstellen können die Umsetzung von Normen bestätigen.



Alternativen zur Industriepalette (DIN-Norm) aus Holz


Die beschriebene genormte DIN-Industriepalette ist relativ teuer. Die Robustheit, die Prüfungen, genau regulierte Reparaturanweisungen und die Kennzeichnungen sowie die Tauschbarkeit sorgen für einen hohen Preis. Entscheide, ob es sich lohnt, eine im Europool tauschbare Palette, die Du vielleicht nie wieder siehst, im Containerschiff um die Welt zu schicken. Unter Umständen solltest Du eher eine Einwegpalette mit den Maßen 1200 mm x 1000 mm verwenden.  

Wenn Du in Sektoren tätig bist, wo die Hygiene eine große Rolle spielt, bieten sich Kunststoffpaletten in Industrie-Palettenmaßen an. Diese sind bedeutend leichter und abwaschbar, was sie gerade für den Lebensmittelsektor interessant macht. Viele Kunststoffpalettenausführungen sind zudem nestbar, können also unbeladen sehr platzsparend gelagert und transportiert werden.

Eine besonders nachhaltige Palettenart ist die INKA-Palette. Diese wird aus Pressspan hergestellt, der aus Holzabfällen gewonnen wird. Schädlinge sind durch die hohe Temperatur und den hohen Druck bei der Fertigung ausgeschlossen. Auch INKA-Paletten sind nestbar.

Achte darauf, dass Du in den Lieferbedingungen eindeutig regelst, wie Deine Ware zu befördern ist, welchen Standard die Paletten erfüllen sollen und was mit ihnen später passiert und ob Du oder die Spedition sie eventuell zurücknimmt.



Wie viele Paletten passen in einen LKW?


Wie Du Deine beladenen Paletten am besten beförderst, kommt auch auf die Ladefläche der zur Verfügung stehenden LKWs an. Ein standardmäßiger Motorwagen mit den Abmessungen 6000 x 2450 x 2400 mm nimmt 12 Industriepaletten auf, ohne Platz zu verschenken.

Für ISO-Container sind Industriepaletten weniger geeignet. Hierfür solltest Du Containerpaletten in Erwägung ziehen. 



Sind Industriepaletten für den Export geeignet?


Im angelsächsischen Raum stellt eine Industriepalette keine Probleme dar. Auch in Asien erfreut sie sich immer größerer Beliebtheit. Da der Transport nach Übersee jedoch zumeist in Containern erfolgt, solltest Du prüfen, ob sich Deine Ware nicht besser auf Containerpaletten transportieren lässt.

Ein anderes wichtiges Kriterium für den Export ist die Schädlingsfreiheit. Ein einzelner Pflanzenschädling oder Pilz aus Europa kann für die Fauna in Südostasien oder Südamerika verheerende Folgen haben. Umgekehrt gilt das natürlich auch. 

Daher ist es wichtig, die für den Export gedachten Industriepaletten vor der Ausfuhr zu behandeln und in entsprechenden Wärmekammern zu trocknen. Diese Behandlung erfolgt nach der Norm ISPM 15, die auf Grundlage des Internationalen Pflanzenschutzübereinkommens (IPPC) basiert. Nach der Behandlung solltest Du die Paletten auch auf keinen Fall im Freien lassen, da sich dadurch wieder Schädlinge im Holz einnisten können. Die von EPAL zertifizierten, tauschfähigen Europoolpaletten sind standardmäßig behandelt.

Sehr leichte und schädlingsfreie Alternativen wären die oben genannten INKA-Paletten oder Paletten aus Pressholz.