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Verpackung clever kaufen

Die Mehrwegpalette

» Mehr Nachhaltigkeit oder mehr Aufwand? «


Den Transport nachhaltiger zu gestalten, ist eine Herausforderung für alle Händler. Möglichst geringe Entfernungen, emissionsarme Verkehrsmittel und sorgsamer Umgang mit Verpackungsmaterialien gehören dazu. Wie Du mit der Nutzung von Mehrwegpaletten einen Beitrag leisten kannst und welche Nachteile sie mit sich bringen, erklären wir in diesem Ratgeberbeitrag.

      

Nachhaltigkeit durch effiziente Wiederverwendung


Rohstoffe für die Herstellung von Transportpaletten werden immer teurer. Und egal, ob Du für Deine Waren Euro- oder Industriepaletten aus Holz, Kunststoffpaletten oder INKA-Paletten nutzt, sie sind für Deine Logistik absolut notwendig und erfordern wertvolle Ressourcen. Um diese Ressourcen zu schonen, solltest Du Deinen Transport so organisieren, dass Paletten mehrfach genutzt werden. 

Deine Paletten sollten, solange sie für Deine Ware ein sicherer Ladungsträger sind, immer zwischen Deinem Unternehmen und Deinen Geschäftspartnern unterwegs sein, statt in einem Lager oder auf einem Hinterhof ungenutzt durch Nässe und Schimmelbildung unbrauchbar zu werden.



Gedankenspiel zur Mehrfachnutzung von Paletten


Stell Dir vor, Du kaufst 100 preiswerte Einwegpaletten, transportierst Deine Ware zum Kunden, lädst sie ab und nimmst die Paletten wieder mit. Geübte Staplerfahrer laden schnell und sicher ab und verursachen dabei auch keine Schäden. So kannst Du die Paletten sicher noch einige Male nutzen.

Was du aber bedenken solltest, ist der Zeitaufwand für das Abladen der Ware von den Paletten. Angenommen, Dein Kunde nimmt es tatsächlich hin, Deine Waren sofort in seinem Lager einzusortieren, dann kannst du davon ausgehen, dass das eine ganze Weile dauert. Wenn Du diese Zeit nicht abwarten willst, musst du auf die Paletten verzichten und ohne sie die Rückfahrt antreten. Besonders kostengünstig ist das jedoch nicht, denn Deine Einwegpaletten sind dann weg. Nachhaltig ist es auch nicht, denn schließlich trägst Du die Verantwortung für Dein Verpackungsmaterial zu dem die Palette gehört.


Die Alternative: Einfach gegen leere gleichwertige Mehrwegpaletten tauschen


Eine Alternative wäre es, von Anbeginn auf höherwertige und somit allseits anerkannte Europaletten zu setzen und den riesigen Zeitaufwand durch die Mitnahme vorbereiteter und gleichwertiger Leerpaletten zu minimieren. Somit werden durch die Wiederverwendung Ressourcen gespart und Du verhinderst mögliche finanzielle Einbuße durch zurückgelassene Paletten.

Hierfür wurde der sogenannte Palettentausch ins Leben gerufen. Dieser setzt voraus, dass vergleichbare, von unabhängigen Stellen standardisierte und zertifizierte Paletten in einem Pool vereint werden, aus dem sich Transportunternehmen und Händler bedienen können. Diese Stellen sind EPAL, WORLD PALLET, Chep, Isover und einige andere. All diese Organisationen verfügen über ein weltweites Partnernetzwerk, über das Poolpaletten bezogen, repariert und zertifiziert werden können. 



Worauf muss ich beim Tausch von Mehrwegpaletten achten? 


Damit beim Tausch zwischen den vielen verschiedenen Marktteilnehmern alles gerecht zugeht, wurden Allgemeine Geschäftsbedingungen für den Palettentausch entwickelt. EPAL verfügt zudem über ein Qualitäts-Klassifizierungssystem für Europaletten. Mängel schlagen sich in Güteabstufungen nieder (Paletten-Güteklassen: Neu, Gebrauchtklassen A bis C, nicht tauschfähig). Diese Klassifizierungen sind sehr genau definiert und wichtig, damit Du den Wert der Paletten vergleichen und Differenzen beim Tauschhandel gleich schriftlich festhalten kannst.

Wenn Dir eine effiziente Nutzung von Paletten aus einem Tauschpool wichtig ist, solltest Du diese vertraglich festhalten. Das ist wichtig, damit Dein Fahrpersonal nicht bereits vor der Annahme der Leerpaletten verabschiedet wird. Hierfür gibt es auch zwei anerkannte Tauschmodelle, die Du mit Deinen Vertragspartnern vorab vereinbaren kannst:

•    Das Kölner Modell: Die Spedition nutzt eigene tauschfähige Paletten am Verladeort und lässt sich gleichwertige Paletten vom Empfänger zurückgeben. Dieses Modell ist für Lieferungen an viele verschiedene Geschäftspartner gedacht. 

•    Das Bonner Modell: Die Spedition übernimmt die Paletten des Versenders und lässt sich vom Empfänger gleichwertige Paletten übergeben, die sie dann zurückbringt. Dieses Modell ist für Lieferungen an immer dieselben Partner geeignet.



Kontrolle beim Tausch von Mehrwegpaletten


Während der Frachtführer, also der Transporteur/Spediteur, die Ware ablädt, prüft der Empfänger die gelieferten Paletten. Das läuft natürlich stichprobenartig, nach Brandstempeln (Fälschung oder nicht), nach oberflächlichem Eindruck auf den Deckbrettern, nach verkanteten Klötzen oder größeren Beschädigungen durch Hubgeräte usw.

Alle tauschfähigen Mehrwegpaletten werden gezählt und die gleiche Anzahl vom Frachtführer leer wieder mitgenommen. Die Leerpaletten, die Dein Fahrer mitnimmt, muss er natürlich ebenso prüfen. Eventuelle Differenzen werden einfach durch den Palettenschein quittiert. Wenn sich die Handelspartner vertrauen und gut kooperieren, ist der Palettentausch in kurzer Zeit bewältigt. Wenn nicht, nun das führt uns zu den Nachteilen von Mehrwegpaletten.



Nachteile von Mehrwegpaletten


Prüfung

Die Prüfung der Paletten setzt eine gewisse Zusammenarbeit voraus. Trotz detaillierter Informationen durch EPAL, wie Schäden zu bewerten sind, können Diskussionen die Folge sein: der sogenannte Streit an der Rampe. 

Komplexe Logistik

Wenn Du als Unternehmer Deine Logistik effizient planst und mehrere Empfänger in einer Fahrt ansteuerst, musst Du bei jeweils unterschiedlichen Vereinbarungen nun zusätzlichen Platz für Leerpaletten vorsehen. Als wäre die Logistik ohnehin nicht schon komplex genug.

Mangelnde Akzeptanz im Ausland

Ein weiterer Schwierigkeitsfaktor sind grenzüberschreitende Lieferungen. In „Europalette“ steckt zwar das Kürzel Euro. Dennoch kann es vorkommen, dass der Tausch im Ausland völlig abgelehnt wird. 


Vorher lieber absichern 


Wichtig ist, dass Du beim Abschluss von Verkäufen, die Lieferbedingungen aushandelst. Lege ganz genau fest, was mit den Paletten passieren soll. Wenn alles klar geregelt ist, gibt es später keine Probleme. Dass Paletten mal kaputt gehen, passiert. Und eventuelle Palettenschulden kannst Du bei vertrauensvoller Zusammenarbeit zum Beispiel bei Folgelieferungen oder über einen für beide günstig gelegenen Palettenhandel, mit dem bereits eine Beziehung besteht und der auch Palettenscheine als Ersatzwährung akzeptiert, ausgleichen.


Fazit


Nachhaltiger sind mehrfach genutzte Paletten allemal und deshalb anzustreben. Ob jedoch Einweg- oder Mehrwegpaletten für Deine Lieferungen günstiger sind, hängt von Deinen Lieferwegen, Handelspartnern und dem kalkulierten Zusatzaufwand ab.